Andere Länder, andere Sitten! Im Le Royal lernen wir sehr viele Bräuche der verschiedensten Kulturen kennen, hier nun das kleine ABC für die gängigsten Bräuche unserer Brautpaare.
Bei den meisten ausländischen Hochzeiten werden die Bräuche auch respektvoll in die Agenda aufgenommen. Die ausländischen Gäste fühlen sich durch die kleinen Details auch aufgenommen und vor allem willkommen.

Autofahrt

Ein Aberglaube besagt, dass der Bräutigam am Hochzeitstag nicht selbst hinterm Steuer sitzen soll. Der Fahrer verhindert für gewöhnlich, dass der zukünftige Ehemann in sein Unglück fährt, zusätzlich wird das Fahrzeug meist mit leeren Blechdosen geschmückt. Das Scheppern soll böse Geister vertreiben. Die hinterherfahrende Hochzeitsgesellschaft hilft mit lautem Hupen mit.

Baumstamm zersägen

Der Baumstamm, den Braut und Bräutigam gemeinsam zersägen sollen, stellt die erste „Herausforderung“ an das frischverheiratete Paar dar.

Braut und Bräutigam stehen meist direkt nach Verlassen des Standesamtes/Kirche vor der ersten „Herausforderung“ ihrer jungen Ehe, die es gemeinsam zu meistern gilt. Mit einer Schrotsäge müssen sie den Baumstamm jetzt auseinanderschneiden.

Dabei kommt es darauf an, dass abwechselnd gezogen und entlastet wird, damit sich die Säge nicht verkeilt. Der Brauch steht für die Gleichberechtigung in der Ehe – auch in den Bereichen Reden und Zuhören oder Aktivsein und auch mal Nachgeben.

Blumenkinder/Blüten streuen

Die Tradition, dass Blumenkinder beim Auszug aus der Kirche/Standesamt vor dem Brautpaar laufen und Blütenblätter auf den Boden streuen, geht auf einen alten heidnischen Brauch zurück.

Der Duft der Blüten soll Fruchtbarkeitsgöttinnen anlocken, die dem frischvermählten Paar reichlich Nachwuchs bescheren.

Brautabholung – Gelin Alma

Der Festtag: Das Abholen der Braut am Hochzeitstag

Am Morgen der Hochzeitsfeier wird die Braut aufwendig geschminkt und frisiert. Anders als es bei deutschen Hochzeiten typisch ist, sieht sich das Brautpaar nicht erst vor dem Altar, denn der Bräutigam holt seine zukünftige Ehefrau in ihrem Elternhaus ab. Bevor er sie aber mitnehmen darf, verlangt die Familie der Braut eine Mitgift in Form von „Geld oder Gold“ vom baldigen Schwiegersohn.

Wenn das Brautpaar das Elternhaus der Braut verlässt, wird es mit Reis und Weizen beworfen. Die Braut trägt ein rotes, besticktes Tuch über Kopf und Gesicht. Der Farbe Rot kommen dabei mehrere Bedeutungen zu: Sie steht für Fruchtbarkeit, Wohlstand und tiefe Liebe. Ist die Braut noch Jungfrau, wickelt ihr Vater ihr ferner ein rotes Tuch um die Taille, das für Reinheit und Unberührtheit steht. Unter ihrem Schuh hat die Braut außerdem die Namen unverheirateter Freundinnen oder Schwestern/Cousinen geschrieben. Diejenigen, deren Namen am Ende des Tages nicht mehr zu lesen sind, werden selbst bald heiraten.

Auf der Straße vor dem Elternhaus wird bereits mit orientalische Folkloremusik gefeiert, sodass auch die letzten Nachbarn vom Hochzeitsfest erfahren. In einem Autokonvoi fahren das Brautpaar und die Familie dann zum Location. Dabei sind die Autos mit weißen Handtüchern gekennzeichnet, welche meist am Außenspiegel befestigt werden.

Brautschuh

Viele unserer Bräute haben den Brauch, ihre Brautschuhe mit 1 Cent Münzen zu bezahlen, beibehalten. Und während der Hochzeit legen sie dann oft ein Geldstück in einen der Schuhe. Das soll dafür sorgen, dass das Geld in der Ehe niemals ausgeht.

Der Brauch rührt daher, dass arme Menschen früher jeden Pfennig dreimal umdrehen mussten, bevor sie ihre Aussteuer beisammenhatten. Mädchen mussten also schon im Kindesalter damit beginnen, für ihren zukünftigen Haushalt zu sparen. Wenn sie es schließlich schafften, ihre Brautschuhe mit Pfennigen zu bezahlen, war das für den Bräutigam die Garantie. Unter keinen Umständen durfte jemand anderer die Schuhe für die Braut bezahlen, weil man überzeugt war, dass das Unglück bringt.

Brautstrauß

Es ist Tradition, dass der Bräutigam den Brautstrauß aussucht, kauft und ihn der Braut überreicht – allerdings erst kurz vor oder in der Kirche

Der Brautstrauß hat bei der Hochzeit mehrere Funktionen: Er spielt eine wichtige Rolle bei der Brautentführung und wird schließlich gegen Ende des Abends in die Menge geworfen, um die unverheiratete Frau zu finden, die als nächstes vor den Traualtar treten wird.

Empfang - Osteuropa

Vor der Hochzeitslocation werden die Eheleute von ihren Eltern mit Brot und Salz begrüßt. Das ist eine alte Tradition aus Osteuropa. Dank der Tradition wird für das Ehepaar immer Brot und Wohlstand gewährleistet.

Die Eheleute schmeißen Wodka und Wasserglas in die Höhe und danach werden die Scherben gemeinsam weggekehrt und die Ehefrau wird vom Ehemann über die Schwelle des Hauses getragen.

Geschenkzeremonie - Taki

Bei allen türkischen Hochzeiten beschenken die Gäste das Brautpaar überwiegend mit Geld, enge Verwandte schenken in der Regel Goldschmuck oder Reisen. Die Geschenke werden dabei der Reihe nach abgegeben, in manchen Fällen wird das Geld an eine Schärpe des Brautpaares geklemmt und ein Sprecher teilt der gesamten Gesellschaft mit, was geschenkt wurde.

Da möchte natürlich niemand als geizig hervorstechen. Die Reihenfolge der Schenkung ist so festgelegt, dass zuerst die Brauteltern, dann die Bräutigameltern und anschließend die übrigen Gäste ihre Gaben weiterreichen.

Henna Feier

Nach dem Volksglauben soll das im Paradies wachsende Henna dem Paar Glück in der Ehe bringen und vor „bösen Augen“ schützen. Nach dem Auftragen auf die Handinnenflächen der Braut und dem kleinen Finger des Bräutigams, lässt man die Masse einige Stunden einwirken und bekommt rote Stellen, die ca. zwei Wochen zu sehen sind.

Das Henna wird von einer jungen, glücklich verheirateten Frau vermischt. Man glaubt daran, dass sich ihr Glück auf das Paar überträgt. Die Braut ziert sich und öffnet erst dann die Hand, wenn die Schwiegermutter ihr ein Goldstück schenkt. Die Gäste bemalen sich ebenfalls die Handflächen um von dem Glück der Braut etwas abzubekommen. Nach diesem Teil wird die Feier bis in die Nacht fortgesetzt.

An der Feier selbst nehmen nur Frauen teil, bei der Henna-Prozedur wird der Bräutigam dazu geholt. Die Familie der Braut organisiert den Abend, es wird getanzt und gegessen, bis der Teil kommt an dem das Henna aufgetragen wird.

Hochzeitstorte

Das gemeinsame Anschneiden der Hochzeitstorte symbolisiert Zusammenhalt und Einigkeit.

Das Brautpaar schneidet die Hochzeitstorte gemeinsam an. Das soll den Zusammenhalt und die Einigkeit in einer harmonischen Ehe symbolisieren. Wer dabei aber die Hand obenauf hat, der wird – so der Glaube – auch in der Ehe das Sagen haben.

Indische Zeremonie

Im Le Royal finden sehr oft indische Hochzeiten statt, gefeiert wird dann in einem Zeitraum von bis zu 3 Tagen. In Indien gibt es viele verschiedene Hochzeitsrituale und Traditionen, doch die heute am meisten verbreitetste Art ist die so genannte Brahmanhochzeit, die aufgrund ihrer zahlreichen Bräuche sehr aufwändig ist und oft mehrere Tage dauert. Ein Priester rezitiert verschiedene Sanskrit-Mantras, die von den Beteiligten nachgesprochen werden und im Anschluss übergibt der Vater der Braut in einer Zeremonie seine Tochter dem Bräutigam.

Danach knoten Frauen den Sari der Braut mit dem Ende des Schultertuchs des Bräutigams zusammen, was als Symbol der ehelichen Vereinigung dient. Den Höhepunkt der Zeremonie bildet das Saptapadi, bei dem ein Feuer entzündet wird, um welches das Paar siebenmal Herumtanzen muss. Bei der siebten Umkreisung gilt die Ehe dann als rechtskräftig. Nun folgt nicht nur ein berauschendes Fest, sondern auch ein weiteres festes Ritual, das zu einer indischen Hochzeit gehört: Die Eltern der Braut beweinen laut und stundenlang den Verlust ihrer Tochter.

Messertanz

Bei dem Messertanz tanzt eine Verwandte oder mehrere Verwandte der Braut abwechselnd, mit einem reich verzierten Kuchenmesser in der Hand um den Bräutigam herum, um es ihm zu verkaufen. Erst wenn er mehrmals für das Messer gezahlt hat übergibt sie es ihm tatsächlich. Hat er das Messer schließlich ergattert, geht das Ehepaar gemeinsam zum Kuchen und schneidet Hand in Hand jeden Kuchen an. Nun muss sich das Paar gegenseitig mit ein und demselben Löffel mit Kuchen füttern und anschließend müssen sie sich gegenseitig aus einem Glas trinken lassen. Ab jetzt folgt eine gemeinsame Reise durchs Leben, wobei man alles teilt und alles gemeinsam macht…

Schleiertanz

Der Brautschleier soll die Reinheit und Jungfräulichkeit der Braut symbolisieren.

Der Brautschleier ist nicht nur ein modisches Accessoire. Früher, als Paare noch in ihren schwarzen oder dunklen Sonntagsgewändern heirateten, war er das einzige weiße Kleidungsstück und symbolisierte die Reinheit und Jungfräulichkeit der Braut. Erst um Mitternacht wurde der Schleier abgenommen – von da an war die Braut Ehefrau. Aus dem Abnehmen des Brautschleiers entwickelte sich ein weiterer Brauch, der auch heute noch gerne praktiziert wird: der Schleiertanz, der auch „Kranzlabsingen“ genannt wird. Dabei tanzt die Braut um Mitternacht zunächst alleine auf der Tanzfläche. Und alle unverheirateten Frauen kommen nach und nach und versuchen ein Stück des Schleiers zu ergattern. Dadurch sollen sie etwas von dem reichen Segen abbekommen, den das Brautpaar an diesem Tag erhalten hat. Wer sich den größten Fetzen abreißt, soll die nächste Braut sein.

Tauben fliegen lassen

Weiße Tauben, die in den strahlend blauen Himmel fliegen – wenn das nicht Romantik pur ist.

Als Symbol für Frieden und Glück passt das Freilassen der Turteltauben perfekt zur Hochzeit und begeistert große und kleine Gäste. Auch bei dieser Hochzeitstradition sollten unbedingt der Fotograf den besonderen Moment festhalten.